Soldatengedenken

Am Volkstrauertag, 17. November 2013, konnte die

Gedenktafel für die im Zweiten Weltkrieg gefallenen und vermissten 99 Heimerzheimer Männer und Jugendlichen

enthüllt werden. Sie steht auf der Grenze zwischen dem Ehrenfriedhof und dem Gemeindefriedhof, auf dem diese Männer zu Grabe getragen worden wären, wenn ihr Schicksal sie in die Heimat zurückgeführt hätte.

In der in dieser Webseite vorliegenden Dokumentation sind die dem Arbeitskreis Heimat Heimerzheim im Ortsausschuss für Heimat und Kulturpflege e.V. bekannten Daten sowie Lebens- und Todesumstände dieser 99 Männer erfasst. Sie ergänzt die knappen Daten der Gedenktafel.

Im Einzelnen sind die Schicksale unterschiedlich genau geklärt. Für diese Aufstellung ist es unerheblich, ob diese Menschen als Soldaten der Wehrmacht oder als Angehörige einer der anderen direkt dem Krieg dienenden Organisationen des nationalsozialistischen Deutschland der Jahre 1939 bis 1945 gestorben sind. Auch Dienstgrade und Funktionen sind unter dem ethischen Aspekt des Kriegsopfers unerheblich. Im Tode sind sie einander mit ihrem Schicksal gleich.

Gedenktafel und Dokumentation zusammen ermöglichen das öffentliche Gedenken an die Heimerzheimer Gefallenen und Vermissten des 2.Weltkrieges und schließen damit eine Lücke.

Das mag angesichts vorhandener Gedenkstätten im Ort auf den ersten Blick verwundern.

Es gibt ein Ehrenmal an der Katholischen Kirche, vom damaligen Kriegerverein im Jahre 1905 für einen im Krieg 1870/71 gefallenen Kameraden errichtet und im Laufe der Jahrzehnte um Inschriften erweitert. Je nach Zeitgeist gewidmet: „Für die 53 Helden des Weltkrieges 1914-18“, „Dem Andenken an die beim Bombenangriff vom 3. März 1945 getöteten Heimerzheimer Bürger“ und „Den „Opfern der Gewalt und des Krieges 1933 -1945“.

Es gibt das Ehrenmal am Peter-Esser-Platz, in das die kriegerischen Schicksalsjahre „1870, 1871“, „1914, 1918“, „1939, 1945“ eingemeißelt sind. Mit dem aufgesetzten Kreuz sowie Mutter mit Kind-Skulptur und einem schmalen Relief –„Liegender“– bewirkt es eine anrührende Besinnung an Kriegsopfer im Allgemeinen.

Es gibt eine Passfotosammlung „Unsere Gefallenen, Vermissten und Heimkehrer“ aus der ersten Nachkriegszeit im Alten Kloster. Sie enthält einen Großteil der Gefallenen und Vermissten, ist aber weder vollständig, noch in der Zuordnung der Schicksale in jedem Einzelfall korrekt.

Es gibt den Ehrenfriedhof mit einem Namenbuch für die Menschen, die beim Bombenangriff auf Heimerzheim am 3. März 1945 und in jener letzten Kriegswoche in dieser Region getötet wurden. Hiesige Bürger, Flüchtlinge, Zwangsarbeiter, Kriegsgefangene, auch viele Soldaten der Wehrmacht, die fern von ihrer Heimat hier ihr Grab „mit ewigem Ruherecht“, gemäß Auftrag des Volksbunde Deutsche Kriegsgräberfürsorge, bekommen haben.

Es fehlte bis 2013 eine zusammenfassende Aufstellung mit der Möglichkeit zum namentlichen Erinnern und Gedenken an die Soldaten und Angehörigen anderer Kriegsorganisationen aus unserem Ort, die an vielen Stellen Europas, auf See, in Asien, in Afrika, und in vielen Fällen anonym, begraben sind. Eine solche Aufstellung liegt hier nun vor.

Die bisherigen Recherchen haben 33 Soldatenschicksale aufgeklärt, die beim Volksbund - Abt.Gräbersuche noch nicht registriert waren und dort nun ergänzt werden können.

Hinweise auf Korrekturbedarf in dieser Aufstellung sowie vorhandenes Wissen zur Ergänzung sind willkommen.

Kontaktadressen sind zu finden unter www.ak-heimat.de/Ansprechpartner.


Diese Dokumentation wurde aus folgenden Quellen zusammengetragen:

  1. Bildcollage. Passfotosammlung der „Gefallenen, Vermissten und Heimkehrer“ aus Heimerzheim, Wandbild im Alten Kloster, Kölner Straße. Nach Korrekturen, z. B. Spätheimkehrer,77 Namen, davon 5 bis dato nur beim DRK-Suchdienst erfasst.

  2. Handschriftliche Liste aus den Jahren 1941 bis 1945 des Standesbeamten Pick. 42 Namen, davon 35 mit Überlappungen zu einer der anderen Quellen.

  3. Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, Gräbersuche Online. 64 Namen, davon 58 mit Überlappungen zu einer der anderen Quellen.

  4. So genannte Totenzettel/Sterbezettel, wenn katholische Totenmessen stattgefunden haben.

  5. Familienauskünfte, davon 2 Fälle bis dato in keiner der anderen Quellen.

  6. Gemeindeverwaltung Swisttal, Archiv und Standesamt

  7. Amtsgerichtsarchive in Bonn, Köln und Rheinbach

  8. Kirchenbücher der Pfarrei St. Kunibert in Heimerzheim

  9. Suchdienst des deutschen Roten Kreuzes, Unterstützung durch das Rotkreut-Zentrum Euskirchen

  10. Deutsche Dienststelle (WASt), ehem. "Wehrmachtsauskunftstelle", Berlin